Sonntag, 25. Juli 2021

Lovis Corinth - Das Leben, ein Fest!

Lovis Corinth, Dame am Goldfischbecken (Quelle)
Vom 18. Juni 2021 - 3. Oktober 2021 ist im Belvedere in Wien die Ausstellung "Lovis Corinth - Das Leben, ein Fest!" zu sehen, die wir virtuell besucht haben. Laut Pressemitteilung orientiert sich der Aufbau der Ausstellung an den Themenkomplexen, die sich durch Corinths jahrzehntelanges Schaffen ziehen: Familie, Stillleben und darin die Vanitas-Thematik, der Körper und die Aktmalerei sowie seine herausragende Stellung als (Selbst-)Porträtist, seine mythologischen oder literarischen Themen, sowie die Landschaftsbilder, die vor allem im letzten Lebensabschnitt am Walchensee entstanden. Die Ausstellung beruht auf einer Zusammenarbeit des Belvedere und des Saarlandmuseums in Saarbrücken, ergänzt durch zahlreiche Leihgaben. 

Wer mehr über Louis (oder Lovis) Corinth erfahren will, sucht natürlich Wikipedia auf. Hier nur in Kürze seine Lebensdaten: geboren 21. Juli 1858 in Tapiau, Ostpreußen; gestorben 17. Juli 1925 in Zandvoort, Provinz Nordholland. Corinth zählt, wie es bei Wikipedia heißt, "zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Seine späten Werke sind auch vom Expressionismus inspiriert."

Als erstes sahen wir uns das Bild an:

- Die Logenbrüder, 1898/99 

Der Maler lebte ab 1880 in München und war 1896 an der Gründung der Freimaurerloge "In Treue fest" beteiligt. Auf ihm sind zwölf Brüder der Loge dargestellt. Man hat das Gefühl, dass sie wie auf einem Foto eng zusammengerückt sind, damit sie alle auf das Bild passen. 

Montag, 14. Juni 2021

Haarlem Renaissance

Meta Warwick Fuller, Emancipation, Gipsstatue (Quelle)

Naturkatastrophen im Süden Amerikas haben 1915/1916 eine große Zahl von schwarzen Arbeitern und Arbeiterinnen arbeitslos gemacht und, da nach dem Ersten Weltkrieg weniger Menschen aus Europa nach Amerika auswanderten, wurden diese Menschen in den Norden abgeworben, wo man Arbeitskräfte brauchte. Bis 1920 kamen so rund 300.000 Afroamerikaner. Viele von ihnen siedelten sich in Haarlem an. Sie bildeten dort eine neue schwarze Mittelschicht, innerhalb der eine Blütezeit für die schwarze Dichtung, Musik und Tanz, die sogenannte Haarlem Renaissance entstand. 

Man verbindet diese Erneuerungsbewegung heute noch mit den Namen wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Bessie Smith, oft begleitet von Shows z.B. mit Steptänzern wie Bill “Bojangles” Robinson. 

Doch auch bildende Künstler und Künstlerinnen leisteten ihren Beitrag. Allerdings wurden schwarze Künstler - und noch viel mehr ihre weiblichen Gegenparts - damals von Kunstschulen, Galerien und Museen ausgeschlossen und hatten es deutlich schwerer als ihre weißen Kollegen von ihren Werken zu leben. Noch 1968 fand die erste Würdigung der schwarzen Kultur im Harlem der 1920er und 30er Jahre in der Ausstellung "Harlem on My Mind: Cultural Capital of Black America, 1900-1968" ein sehr geteiltes Echo: Das Metropolitan Museum of Art in New York zeigte keine Kunstwerke von Schwarzen in der Ausstellung und sowohl dort, als auch im zugehörigen Katalog waren rassistische und antisemitische Passagen zu lesen. 

Als berühmtester bildender Künstler der Harlem Renaissance gilt Aaron Douglas (1899-1979), der oft als "Vater der schwarzen amerikanischen Kunst" bezeichnet wird. Wir haben uns sein Bild 

- Aaron Douglas, Tag des jüngsten Gerichts (1939)

angesehen. Dieses Ölgemälde entstand mehr als zehn Jahre nachdem das Bild als Buchillustration veröffentlicht worden war. Es gehört zu acht Bildern, die Douglas für die Gedichtsammlung "Gottes Posaunen: Sieben Schwarze Predigten in Versen" von James Weldon Johnson schuf. 

Freitag, 4. Juni 2021

Update zu Yayoi Kusama

Wir haben uns letztes Jahr mit Yayoi Kusama beim Kunstsurfen und hier im Blog beschäftigt. Jetzt läuft in Berlin eine große Retrospektive der Werke dieser Künstlerin. Das ist bestimmt einen Besuch wert! WEr nicht dorthin kommt, für den gibt es einen großartigen digitalen Ausstellungsführer.

Dienstag, 18. Mai 2021

Kunst und Katze

Rectangular bronze container for mummified cat; figure of cat on top; incised prayer to Bastet from Horemakhbit; also fragments of cat bone and oxidised bronze from within.

© The Trustees of the British Museum
App DailyArt
Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0) (Opens in new window)
 licence.
 

Vor einiger Zeit hat Ute mich auf die App "DailyArt" hingewiesen. Hat man sie auf Tablet oder Smartphone, bekommt man jeden Tag ein neues Bild mit Bildbeschreibung. Mir gefällt das sehr gut, weil ich da auch ganz ungewöhnliche Kunstwerke aus aller Welt kennenlerne. 

Dort sah ich dann vor einiger Zeit ein Gemälde mit der Darstellung einer Katze. Die Folge ist diese Stunde Kunstsurfen!

Ich habe mich dafür am Stichwort Hauskatze auf Wikipedia orientiert. Allgemein bekannt ist ja, dass die alten Ägypter ein besonderes Verhältnis zu Katzen hatten und sogar Bastet, die Tochter des Sonnengottes Ra, als Katze dargestellt wurde. Wir haben uns angsehen, wie kostbar im alten Ägypten Katzenmumien aufbewahrt werden konnten, siehe das Bild oben:

- Rechteckiger Kasten aus Bronze für eine mumifizierte Katze mit einer Katzenfigur, darauf Inschrift eines Gebetes zu Bastet von Horemakhbit, sowie innen Knochenstückchen einer Katze, späte Periode 

Donnerstag, 22. April 2021

Amarantus - Werke von Mariana Castillo Deball

Ausstellungsplakat Siegen 2021
Die aus Mexiko gebürtige Künstlerin Mariana Castillo Deball (geb. 1975) ist mir 2012 auf der dOCUMENTA (13) in Kassel aufgefallen, wahrscheinlich weil mich Mexiko schon lange interessiert. Jetzt werden in Siegen im Museum der Gegenwartskunst in einer ersten Einzelpräsentation zu ihrem Gesamtwerk in 14 Räumen Werke aus den letzten 15 Jahren präsentiert.

Die Künstlerin hat von 1993 bis 1997 an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) in Mexiko-Stadt Kunst studiert und dann 1999 den Master in Philosophie abgelegt; ging später in die Niederlande und lebt heute in Berlin und Amsterdam. Seit 2015 ist sie Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster. In ihren Werken verbindet sie Kunst mit Forschung. Oft geht sie von archäologischen Fundstücke aus und analysiert diese in ihrer kulturellen Verwertung.

Ihre Ausstellung trägt den Titel "Amarantus" und bezieht sich damit auf die weltweit verbreitete Pflanze desselben Namens (die Pflanze heißt auf deutsch: Fuchsschwanz). Ihre Samen sind in Mittelamerika ein wichtiges Nahrungsmittel und wurden auch in religiösen Ritualen benutzt. Deswegen war der Gebrauch Pflanze zeitweise während der spanischen Kolonialzeit verboten. Ihr Name ist griechisch und bedeutet übersetzt soviel wie "der/die Eine, der/die nicht vergeht/ewig blüht" bzw. nie verwelkt. Die Künstlerin versteht in ähnlicher Weise auch die Objekte, denen sie folgt. Sie gleichen ihrer Meinung nach auch außerhalb ihres ursprünglichen Kontexts Blumen die nie verwelken. Wir haben uns zuerst das Werk angesehen, das mich 2012 beeindruckt hatte und das inzwischen passend zum Ausstellungstitel benannt ist. Die zugehörigen Drucke wurden auch für das oben stehende Ausstellungsplakat verwendet.

- No acabarán mis flores (meine Blumen werden nicht verwelken), 2013, Nuremberg Map of Tenochtitlan, 2013, Untitled, 2014, Untitled, 2014 (ein Hinweis zu den Bildern: Es gibt auf der Ausstellungsseite des Museums (s.o.) eine Bilderstrecke, wenn man sich hindurchklickt, findet man auch zwei gute Bilder dieses Werkes!)

Sonntag, 14. März 2021

Japonismus

 Jeder kennt dieses Bild oder?

Hokusai, Die große Welle an der Küste von Kanagawa (Quelle)

 - Katsushika Hokusai, Die große Welle an der  Küste von Kanagawa, aus der Holzschnittserie: 36 Ansichten des Berges Fuji, 1830 bis 1832

Wir haben genau hingeschaut und die kleinen Männer entdeckt, die sich in den drei Booten unter der Wucht einer großen Welle ducken, die über ihnen zusammenschlagen wird und zugleich den Fuji im Mittelpunkt des Bildes wie ein Rahmen umfasst. 

Freitag, 12. Februar 2021

Kunstwerke besuchen

Bei Senioren-Lernen-Online.de haben wir vor einiger Zeit auf Kiel.live! eine Zoom-Sitzung zum Thema "Kunstwerke besuchen" gemacht. Das war unsere Anküngigung:

"Das Internet ist eine Fundgrube für Kunstliebhaber. Wir Aber wie findet man die großen Werke der Künstler und Architekten? Wir zeigen einen Ausschnitt aus den vielfältigen Möglichkeiten virtuell Kunst zu betrachten, Weltkulturerbe zu erleben und Ausstellungen zu besuchen."

Für alle interessierten Kunstsurfer*innen kommen hier die Links, die ich dort vorgestellt habe. Es geht dabei der Reihe nach um Museen, Ausstellungen, Weltkulturerbe und Digitorials. Die Auswahl ist rein persönlich und natürlich lässt sich im Netz noch viel mehr finden.

Museen:

- Prado, Madrid dort in besonders hoher Auflösung z.B. 

-         Hieronymus Bosch, Garten der irdischen Freuden

- Moma (Museum of Modern Art), New York, z.B. 

-         Vincent van Gogh, Sternennacht 

- British Museum, London 

Die dort wiederaufgebauten  Ballplätze von Chichen Itza (Mittelamerika) kann man am besten auf  Google arts & culture betrachten, wo insgesamt ein riesige Fülle von Werken der Kunst und Kultur zu finden sind!

- Pergamonmuseum, Berlin,  

Den Pergamonaltar kann man wiederum bei google gründlich und näher, als wenn man das Original besucht, betrachten. 

Ausstellungen

- Jan van Eyk, Genter Altar 

- Kunsthalle Hamburg, Max Beckmann (ZDF-Kunsthalle) 

Weltkulturerbe:

Um z.B. den
- Parthenon in Athen virtuell zu besuchen, kann man den Namen in Google maps eingeben, auf Satellitenbild stellen und google street view benutzen.

Internetprojekt: 

Kunst im Internet findet man also, wie oben gesagt, in dem Digitalisierungsprojekt von Google und in den Onlinesammlungen der großen Museen, dazu gibt es zahlreiche Führungen zu Einzelbildern, Ausstellungen und Sammlungen auf Youtube, darunter u.a. auch Vorlesungen zur Kunstgeschichte  

Aber auch Museen bieten, Videos und Audios zu ihren Sammlungen und Ausstellungen und einige haben sehr schöne sogenannte Digitorials ins Netz gestellt, durch die man Kunstwerke intensiver kennen lernen kann:

Digitorials:

So kann man im

- Städel-Museum in Frankfurt einen Onlinekurs zur Kunst der Moderne besuchen, sowie andere digitale Angebote wahrnehmen. 

Auch das Museum der Kulturen bietet solche Digitorials an. 

Und wer damit noch nicht genug hat, der kann ja auch noch in diesem Blog nach weiteren Online-Angeboten stöbern!