Sonntag, 14. März 2021

Japonismus

 Jeder kennt dieses Bild oder?

Hokusai, Die große Welle an der Küste von Kanagawa (Quelle)

 - Katsushika Hokusai, Die große Welle an der  Küste von Kanagawa, aus der Holzschnittserie: 36 Ansichten des Berges Fuji, 1830 bis 1832

Wir haben genau hingeschaut und die kleinen Männer entdeckt, die sich in den drei Booten unter der Wucht einer großen Welle ducken, die über ihnen zusammenschlagen wird und zugleich den Fuji im Mittelpunkt des Bildes wie ein Rahmen umfasst. 

Freitag, 12. Februar 2021

Kunstwerke besuchen

Bei Senioren-Lernen-Online.de haben wir vor einiger Zeit auf Kiel.live! eine Zoom-Sitzung zum Thema "Kunstwerke besuchen" gemacht. Das war unsere Anküngigung:

"Das Internet ist eine Fundgrube für Kunstliebhaber. Wir Aber wie findet man die großen Werke der Künstler und Architekten? Wir zeigen einen Ausschnitt aus den vielfältigen Möglichkeiten virtuell Kunst zu betrachten, Weltkulturerbe zu erleben und Ausstellungen zu besuchen."

Für alle interessierten Kunstsurfer*innen kommen hier die Links, die ich dort vorgestellt habe. Es geht dabei der Reihe nach um Museen, Ausstellungen, Weltkulturerbe und Digitorials. Die Auswahl ist rein persönlich und natürlich lässt sich im Netz noch viel mehr finden.

Museen:

- Prado, Madrid dort in besonders hoher Auflösung z.B. 

-         Hieronymus Bosch, Garten der irdischen Freuden

- Moma (Museum of Modern Art), New York, z.B. 

-         Vincent van Gogh, Sternennacht 

- British Museum, London 

Die dort wiederaufgebauten  Ballplätze von Chichen Itza (Mittelamerika) kann man am besten auf  Google arts & culture betrachten, wo insgesamt ein riesige Fülle von Werken der Kunst und Kultur zu finden sind!

- Pergamonmuseum, Berlin,  

Den Pergamonaltar kann man wiederum bei google gründlich und näher als, wenn man das Original besucht, betrachten. 

Ausstellungen

- Jan van Eyk, Genter Altar 

- Kunsthalle Hamburg, Max Beckmann (ZDF-Kunsthalle) 

Weltkulturerbe:

Um z.B. den
- Parthenon in Athen virtuell zu besuchen, kann man den Namen in Google maps eingeben, auf Satellitenbild stellen und google street view benutzen.

Internetprojekt: 

Kunst im Internet findet man also, wie oben gesagt, in dem Digitalisierungsprojekt von Google und in den Onlinesammlungen der großen Museen, dazu gibt es zahlreiche Führungen zu Einzelbildern, Ausstellungen und Sammlungen auf Youtube, darunter u.a. auch Vorlesungen zur Kunstgeschichte  

Aber auch Museen bieten, Videos und Audios zu ihren Sammlungen und Ausstellungen und einige haben sehr schöne sogenannte Digitorials ins Netz gestellt, durch die man Kunstwerke intensiver kennen lernen kann:

Digitorials:

So kann man im

- Städel-Museum in Frankfurt einen Onlinekurs zur Kunst der Moderne besuchen, sowie andere digitale Angebote wahrnehmen. 

Auch das Museum der Kulturen bietet solche Digitorials an. 

Und wer damit noch nicht genug hat, der kann ja auch noch in diesem Blog nach weiteren Online-Angeboten stöbern!


Sonntag, 7. Februar 2021

Femme Fatale - Die verhängisvolle Frau

Mata Hari, Schleiertanz (Quelle s.u.)
  
Auf die erste Frage, an welche gefährlichen Frauen KunstsurferInnen sich spontan erinnern, fiel sofort der Name "Mata Hari" und auch "Rosemarie Nitribit", über die gerade ein Film im Fernsehen lief, wurde genannt. Assoziationen tauchten auf wie: verführerisch und aufregend, aber auch Spionage und Prostituion. 

Das Motiv der schönen Verführin ist alt. Im Digitorial des Städel-Museums in Frankfurt zum Thema "Geschlechterkampf" heißt es dazu, dass seit Jahrtausenden von der männlichen Angst vor der Macht der Frauen erzählt wird. Pandora, Medusa oder die Sirenen, Eva, Judith oder Delila werden dort genannt. Alles Frauen, die Männern Tod, Verderben und Schmerz gebracht haben. Der Text des Digitorials fährt fort: "Diese Furcht ist im 19. Jahrhundert besonders aktuell: Die bis dahin gültigen Identitätsmuster von Mann und Frau werden infrage gestellt und jahrhundertealte Rollenfestlegungen und Geschlechterverhältnisse in ihren Grundfesten erschüttert. Diese Sorgen vor den Folgen der weiblichen Emanzipation werden auch künstlerisch aufgegriffen."

Einige Beispiele solcher dämonischen Verführerinnen sind also im Text schon genannt, weitere sollen hier kurz folgen: In der Bibel spielen Herodias, Potifars Weib, und Delila eine grausame Rolle, aus der Antike kennt man neben den schon genannten Frauen auch Helena, Circe oder aus lateinischer Zeit die Pharaonin Kleopatra. Im Mittelalter entstanden die Lieder von der Nixe Melusine. In der Literatur der frühen Neuzeit erscheint Semiramis, die Königin von Babylon, die ihren Gatten ermordet und an seiner Statt regiert. Im 18. Jahrhunderts erzählt Friedrich Laun von der "Totenbraut" und später dichtet Heinrich Heine das Lied von der gefährlichen Loreley.

Wie werden diese Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt? Wir haben uns als erstes Kleopatra gewidmet. Literarisch begann die Kleopatra-Rezeption schon 1360 mit Giovanni Boccaccios "De claris mulieribus", 1606/07 folgte dann Shakespeares Drama "Antonius und Kleopatra", im 18. Jahrhundert entwarf Sarah Fielding mit "Lives of Cleopatra and Octavia" (1757) sogar schon eine Doppelbiographie mit dem Gegensatz zwischen der „Femme Fatale“ und der unterwürfigen Ehefrau. Gemalt wurde besonders häufig der Suizid Kleopatras.

Wie stellt nun Hans Makart den Tod der Kleopatra dar?

- Hans Makart, Tod der Kleopatra (1874/75)  

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Ayn gut neu Jahr! - Weihnachts- und Neujahrswünsche von früher

Neujahrsgruß (Quelle)
     Wenn man zwischen Weihnachten und Neujahr Kunstsurfen veranstaltet, dann bietet sich eigentlich das Thema Weihnachts- oder auch Neujahrsgrüße von selbst an. Wieso habe ich mich noch nie damit beschäftigt? Seit wann gibt es überhaupt Weihnachtskarten? Und warum haben die Engländer Postkarten mit dem Bild eines toten Rotkelchens verschickt? Ich habe ein wenig nachgeforscht und hier ist das Ergebnis. 

Anscheinend gab es schon im alten Ägyten schriftliche Neujahrsgrüße. Aus römischer Zeit ist die Neujahrsgabe in Form einer kleinen, tönernen oder bronzenen

- Öllampe, mit der Beschriftung "Annum novum faustum felicem" (Gesegnetes und glückliches neues Jahr)

erhalten. Kommt nicht auch für uns Christen mit Weihnachten das Licht auf die Welt (bzw. auch wir erleben mit dem 21. Dezember die Wintersonnenwende, nach der das Licht wieder aufsteigt)? Die Verbindung zu einer kleinen Lampe ist also wirklich sinnfällig.

Den Wunsch, das neue Jahr möge gut werden, findet man dann im 15. Jahrhundert in Einblattdrucken mit meistens religiösen Motiven wieder. Angesehen haben wir uns diesen

Einblattdruck mit einem Schiff,

bei dem der gekrönte Schwan ins Auge fiel, aber dann auch die Hansekogge mit Anker und geschwelltem Segel, die sozusagen direkt in das Neue Jahr segelt, was man an der schmalen Fahne oben am Mast und auf dem Segel dann auch lesen kann.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Edward Munch - Das experimentierende Selbst

Immer mehr Museen bereiten in dieser Zeit der Pandemie ihre Inhalte und ihre Ausstellungen online auf und so kann man sich immer besser von zuhause aus in der Welt der Museen und Ausstellungen umsehen. 

Munch, Abend/Melancholie (Quelle)
Die Kunstsurfer*innen waren diesmal im Munch-Museum in Olso, das in einer Online-Ausstellung den Beziehungen zwischen dem Amateurfotografen Edward Munch und seinem malerischen Werk nachgeht. 

In der Einführung (auf norwegisch und englisch) ist zu lesen, dass der Maler 1902 mit dem Fotografieren begann, Monate bevor er und seine Geliebte Tulla Larsen eine mehrjährige Beziehung mit einem Pistolenschuss beendeten. Dabei wurde einer seiner Finger verstümmelt! Dieses Ereignis und eine sich beschleunigende Karriere lösten eine Phase zunehmender emotionaler Turbulenzen aus, die in einer Ruhekur in der privaten Kopenhagener Klinik von Dr. Daniel Jacobson in den Jahren 1908–09 kulminierte. Erst nach einer Pause von fast zwei Jahrzehnten nahm Munch 1927 die Kamera wieder auf. Diese zweite Periode dauerte bis Mitte der 1930er Jahre und verlief parallel zu triumphalen retrospektiven Ausstellungen in Berlin und Oslo, aber auch zu einer Blutung im rechten Auge, die seine Sehkraft vorübergehend beeinträchtigte. 

Im Gegensatz zu seinen Drucken und Gemälden hat Munch seine winzigen, kopierten Fotos nicht ausgestellt. Dennoch schrieb er 1930: „Ich habe eine alte Kamera, mit der ich unzählige Bilder von mir selbst gemacht habe, oft mit erstaunlichen Ergebnissen… Eines Tages, wenn ich alt bin und nichts Besseres zu tun habe, als meine Autobiografie zu schreiben, werden meine ganzen Selbst-Porträts wieder das Licht der Welt erblicken."

Freitag, 4. Dezember 2020

Kulata Tjuta (viele Speere) - Kunst von australischen Ureinwohnern

 Im Museum der schönen Künste in Rennes (Bretagne) ist bis zum 3. Januar 2021 die Ausstellung "Kulata tjuta" zu sehen, in der Werke australischer Ureinwohner gezeigt werden, die man sonst in Europa kaum findet. Der Name leitet sich von einer Initiative ab, die das kulturelle Erbe dadurch erhalten will, dass Aṉangu-Älteste jungen Männern beibringen Speere zu machen. 34 zeitgnössische Künstlerinnen und Künstler sind in der Ausstellung vertreten.

Eigentlich sollte eine Installation von Speeren mit demselben Namen das Zentrum der Ausstellung bilden, aber die Pandemie änderte die Pläne der australischen Galerie, so dass in Rennes jetzt hauptsächlich Bilder zu sehen sind. Wir aber konnten uns natürlich diese Installation im Internet ansehen:

- Kulata Tjuta /Speerinstallation (Holz, Spinifexhars, Kängeruh-Sehne und DVD mit Geräuschen) (Wenn man auf das Bild klickt, bekommt man eine vergrößerbare Ansicht!)

Sonntag, 25. Oktober 2020

Thierry Mugler – Couturissime

Ein Vorbild für die Entwürfe Thierry Muglers: Heckflosse des Cadillac 1001 designed von Harley Earl 1959 (Von Christer Johansson- Eigenes Werk CC BY-SA 2.5, Link) 

Wäre Marlit nicht so begeistert gewesen, hätten wir uns wahrscheinlich nicht mit Thierry Mugler beschäftigt! Ich bin gerade kein besonders großer Fan von Pop-Musik und so hatte ich Muglers Kostümentwürfe für Pop-Stars bisher überhaupt nicht im Blick gehabt. Mode und Parfüm sind auch nicht gerade meine Hauptthemen. Aber Marlits Begeisterung war ansteckend. So gingen wir auf virtuelle Entdeckungstour im der Münchener Kunsthalle, wo die Ausstellung, wo die Ausstellung "Thierry Mugler – Couturissime" bis zum 28. Februar 2021 ihre letzte Station hat. Denn zusammengestellt wurde sie im Montreal Museum of Fine Arts (2.3. bis 8.9.2019) und gezeigt wurde sie auch schon in Rotterdam (13.10. 2019 - 8.3.2020). Ausgestellt sind mehr als 150 Kleidungsstücke, die zwischen 1977 und 2014 entstanden, sowie bisher noch umveröffentlichte Archivdokumente und Zeichnungen und ungefähr hundert Modephotographien von bekannten Fotografen wie Helmut Newton und anderen. (Es gibt übrigen das Mode-"Haus Mugler", wo man sein Parfüm und anderes bestellen kann!) Und ich persönlich fühle mich dadurch durchaus bereichert, dass ich diesen Modedesigner näher kennen gelernt habe.

Und wer ist Thierry Mugler?

Er wurde 1948 in Straßburg geboren, schloss sich 1962 dem Ballett der Opéra national du Rhin an und ging mit der Kompanie sechs Jahre lang auf Tour. Besucht die École supérieure des arts décoratifs in Straßburg und beginnt Kleider zu entwerfen. Ab 1987 lebt er in Paris, zuerst als Tänzer, dann als Modedesigner. Dort kreiert hat er mit seinem neuen Stil - Maxicoats und extrem breitschultrige Silhouetten - sofort Erfolg. Er bereist die Welt und entwirft Kollektionen für Damen, Herren und Kinder.1973 entwirft er die erste Kollektion für sein eigenes Label „Café de Paris“ und gründet die Firma Thierry Mugler. Mit der vollständig inszenierten, spektakulären Modenschau erreicht er Massen von Zuschauern. Bald werden seine Kreationen werden von Stars wie David Bowie in Fernsehsendungen getragen. Er beginnt Videos zu drehen; entwirft Kostüme für Musical, Oper und Theater; veröffentlicht seine eigenen Photographien und kreiert mit dem Duft Angel ein Parfüm, as zu den zehn meistverkauften Parfums der Welt zählt.

1998 Mugler zieht er nach New York. 2002 zieht sich aus der Modewelt zurück, um sich gänzlich der Regie von Bühnenproduktionen zu widmen. Er entwirft die Bühnenkostüme für die Welttournee "I Am..." der amerikanischen Popsängerin Beyoncé. 2014 geht er nach Berlin. Und jetzt also die große Ausstellung!

Zuerst hat uns Marlit eine ganze Reihe seiner Kostüme gezeigt, die sie direkt in der Ausstellung fotografiert hat. Dann sind wir zu einigen Bilder übergegangen, die ich vorher ausgesucht hatte.

Die Ausstellung ist wie ein Theaterstück in Akten (Räumen) konzipiert, die von 1 bis VIII reichen.

Akt I ist mit "FUTURISTISCHE COUTURE & FEMBOTS" betitelt.