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| Meister der Thennschen Kinderbildnisse: Ruprecht Thenn, 1516 Quelle Wikipedia |
Im Einführungstext zur Ausstellung heißt es: "Kaum ein Thema ist so facettenreich wie dieses. In unserer Ausstellung kann man entdecken, wie sich die Darstellung von Kindern in der Kunst vom 16. Jahrhundert bis heute verändert hat – vom tradierten Madonnenbild bis zur spontanen Fotoaufnahme, vom Thronfolger in Rüstung bis zum unbeschwerten Spielkameraden. In den Werken spiegelt sich zugleich der Wandel wider, den die Haltung der Erwachsenen gegenüber Kindern und Kindheit im Lauf der Jahrhunderte erfahren hat."
Die erste Abteilung der Ausstellung ist der Kleinfamilie, also Mutter, Vater, Kind gewidmet. Den Anfang macht die Darstellung von Mutter und Kind, die in früheren Zeiten in unendlichen Variationen Maria und das Jesuskind zeigt. Dabei geht es auch um die Beziehung von Mutter und Kind, die ganz unterschiedlich gesehen worden ist. Wir haben uns das Bild angeschaut
- Hendrick Bloemaert, Maria mit Kind, ca. 1635/40
und uns gefragt, woran man erkennen kann, dass dieses Bild Maria mit dem Jesuskind wiedergibt und nicht eine ganz gewöhnliche junge Frau, die ihrem Kind die Brust gibt. Sie wirkt ganz versunken im Augenblick und scheint sich dem Gefühl hinzugeben, das von dem nuckelnden Kind an ihrer Brust ausgeht. Ohne Heiligenschein und mit einer schlichten seidenen Haube über den Haaren wirkt sie wie eine Frau aus dem Volk mit einem blonden pausbäckigen Baby. Doch dann haben wir in der Vergrößerung die zarten Strahlen entdeckt, die von dem Kopf des Kindes ausgehen; ein deutlicher Hinweis, dass hier Jesus gemeint ist.
