Dienstag, 4. August 2026

Orientalismus: Zwischen Fakt und Fantasie

Jean-Léon Gérôme, Bashi-Bazouk  (The Met object ID 440723) Quelle

 Die Ausstellung "Orientalism: Between Fact and Fantasy" ist noch bis zum 28. Februar 2027 im Metropolitan Museum in New York zu sehen. Dazu ist ein umfangreicher Katalog erschienen, den man in Auszügen auch bei google-books anschauen kann.

Die Ausstellung beginnt zeitlich mit Napoleons Eroberung Ägyptens im Jahr 1798 und gipfelt in einer Auseinandersetzung mit dem in Frankreich ausgebildeten osmanischen Maler Osman Hamdi Bey (1842–1910). Sie gliedert sich in vier Abschnitte, die laut Informationstext aufzeigen, wie einerseits islamische Kunstwerke ihren Weg zu europäischen Händlern und Sammlern fanden und eine neue Formensprache inspirierten. 

Andererseits erweiterten sich im 19. Jahrhundert die Reisemöglichkeiten. Künstler wie Jean Auguste Dominique Ingres (1780–1867), Eugène Delacroix (1798–1863), John Frederick Lewis (1804–1876), Jean-Léon Gérôme (1824–1904) und John Singer Sargent (1856–1925) besuchten die Länder und Völker rund um das Mittelmeer und bildeten ab, was sie dort gesehen hatten. Allerdings verbanden sie auch einfach islamische Objekte mit ihren Fantasien vom Orient und setzten ihre eigenen Vorstellungen von der Fremde in ihren Ateliers in Szene.

Wir haben uns zuerst das Motiv angesehen, das für das Ausstellungsplakat ausgewählt worden und auch hier abgebildet ist:

- Jean-Léon Gérôme, Bashi-Bazouk, 1868–69 (der Link ist in der Bildunterschrift unter Quelle)