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Mittwoch, 1. Dezember 2021

"Kun'st mal gucken" - Kunstsurfen-Adventskalender

Hier poste ich meinen Kunst-und Kultur-Geschichts-Adventskalender für das Jahr 2021. Ab dem 1. Dezember gibt es jeden Tag ein Bild (bzw. den Link zu einem Bild), das mit der Weihnachtszeit verbunden ist. 

24. Dezember - WEIHNACHTEN

Allen, die mir bis hierher gefolgt sind, wünsche ich ein frohes Fest! 

Homiliar, 14. Jh., Bodleian Library MS. Douce 185

Natürlich muss dieser Adventskalender mit einem Bild von Christi Geburt enden. Dieses Sujet ist so oft von den Künstlern aller christlichen Jahrhunderte ausgestaltet worden, dass es mir schwer gefallen ist aus dem großen Schatz, der allein online zugänglich ist, auszuwählen. 

Weil mir die Buchmalerei des Mittelalters sehr gut gefällt, habe ich mich für dieses Weihnachtbild aus dem ersten Viertel des 14.Jahrhunderts entschieden. Den oberen Abschnitt nimmt fast ganz die halb liegende Maria ein, die ihr Neugeborenes zeigt. Hinter ihr füttert Josef den Esel und der Ochse sucht in der Krippe nach Nahrung. Unten steht ein von einem Engel gekröntes Königspaar vor einem Evangelisten am Schreib- oder Lesepult, rechts von ihnen werden verschiedene Musikinstrumente gespielt - lauschen wir da einem königlichen Weihnachtsfest? Geschrieben und gemalt wurde dieses Homiliar, dessen Inhalt dem Christfest gewidmet ist, allerdings für eine Gemeinschaft von Nonnen und die müssen auch ihre Freude an den vielen kleinen Bildern am Rande des großen Geschehens gehabt haben ...

Bildnachweis: Homiliary, Bodleian Library MS. Douce 185, Bodleian Libraries, University of Oxford

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Ayn gut neu Jahr! - Weihnachts- und Neujahrswünsche von früher

Neujahrsgruß (Quelle)
     Wenn man zwischen Weihnachten und Neujahr Kunstsurfen veranstaltet, dann bietet sich eigentlich das Thema Weihnachts- oder auch Neujahrsgrüße von selbst an. Wieso habe ich mich noch nie damit beschäftigt? Seit wann gibt es überhaupt Weihnachtskarten? Und warum haben die Engländer Postkarten mit dem Bild eines toten Rotkelchens verschickt? Ich habe ein wenig nachgeforscht und hier ist das Ergebnis. 

Anscheinend gab es schon im alten Ägyten schriftliche Neujahrsgrüße. Aus römischer Zeit ist die Neujahrsgabe in Form einer kleinen, tönernen oder bronzenen

- Öllampe, mit der Beschriftung "Annum novum faustum felicem" (Gesegnetes und glückliches neues Jahr)

erhalten. Kommt nicht auch für uns Christen mit Weihnachten das Licht auf die Welt (bzw. auch wir erleben mit dem 21. Dezember die Wintersonnenwende, nach der das Licht wieder aufsteigt)? Die Verbindung zu einer kleinen Lampe ist also wirklich sinnfällig.

Den Wunsch, das neue Jahr möge gut werden, findet man dann im 15. Jahrhundert in Einblattdrucken mit meistens religiösen Motiven wieder. Angesehen haben wir uns diesen

-  Einblattdruck mit einem Schiff,

bei dem der gekrönte Schwan ins Auge fiel, aber dann auch die Hansekogge mit Anker und geschwelltem Segel, die sozusagen direkt in das Neue Jahr segelt, was man an der schmalen Fahne oben am Mast und auf dem Segel dann auch lesen kann.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Fatschenkinder und Weihnachtskrippen

Papierkrippe aus den 60er Jahren von Johannes
Mit dieser schönen Papierkrippe, deren Bild mir Johannes zugeschickt hat, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs und natürlich allen Aktiven beim Kunstsurfen ein 

Frohes Fest und ein gutes Neues Jahr!

Gotische Weihnachtskrippe, um 1500
 aus dem Rijksmuseum in Amsterdam  
Dass Johannes mir dieses Bild geschickt hat, hat direkt mit dem Kunstsurfen zu tun, denn wir haben uns beim letzten Treffen mit der Geschichte und den vielfältigen Formen der Weihnachtskrippe beschäftigt. Seit wann werden eigentlich Krippen mit dem Jesuskind in der christlichen Welt aufgestellt? Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht genau, aber ich habe eine frühe

- Wiege, Jan Borman (II) zugeschrieben, um 1500 (62 cm hoch)

gefunden, die als Weihnachtskrippe im gotischen Stil beschrieben wird. Wir haben sie uns genauer angesehen mit ihren vier Löwenfüßen und dem durchbrochenen Sockel, auf dem ein hoher gotischer Bogen steht, der von Fialen mit Krabben bekrönt ist. Darin hängt der zierlich durchbrochene Wiegenkörper, der auf zwei Stangen zum schwingen zu bringen ist. Sicher gab es dazu ein Christkind, das in die Wiege gelegt wurde. In der Beschreibung des Rijksmuseums heißt es außerdem, dass Weihnachtskrippen für den privaten Gottesdienst zu Hause sowie in Klöstern und Kirchen verwendet wurden. Man stellte sie am Weihnachtstag auf den Hochaltar und sang während der Priester die Krippe bewegte, an der ein Glockenspiel befestigt sein konnte.

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Der Heilige Nikolaus

Ambrogio Lorenzetti, Der Heilige Nikolaus
(By Ambrogio Lorenzetti, CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30190396
Das letzte Kunstsurfen in diesem Jahr galt - passend zur Adventszeit - dem Heiligen Nikolaus. Und auf die Frage in die Runde, was vom Nikolaus so bekannt ist, kamen dann auch gleich die Hinweise auf die Geschichte von den drei Jungfrauen und dem Ort Myra. Was steckt also dahinter?

Laut Wikipedia wurde Nikolaus von Myra zwischen 270 und 286 in Patara geboren und starb am 6. Dezember (man weiß es nicht genau, die möglichen Todesjahre liegen zwischen 326 bis 365 n. Chr.). Auf jeden Fall war er in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts Bischof von Myra in Lykien (heute Demre in der Türkei), wo er auch beerdigt wurde und wo heute noch eine Nikolauskirche existiert - in der Türkei ist er als Noel Baba bekannt! Italiener brachten seine Gebeine im Jahr 1087 nach Bari - Streitfrage: haben sie die Reliquien geklaut oder vor dem Verderben bewahrt? Dort wurde für sie eine Basilika gebaut und es gibt jedes Jahr im Mai ein Nikolausfest, bei dem seine Statue zum Hafen getragen wird.

Wir haben uns am Anfang erstmal mit den mittelalterlichen Bildern des Heiligen beschäftigt:

- Ambrogio Lorenzetti, Geschichte des Hl. Nikolaus, Tafel mit der Gabe der Mitgift (s.oben), um 1330-40

Montag, 9. Januar 2017

Verkündigung an die Hirten


Ausschnitt: Verkündigung an die Hirten
Perikopenbuch Heinrichs II., Reichenau, ca. 1007 - 1012, (by)
 Bayrische Staatsbigliothek 
Clm 4452 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/



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Dieses Jahr hat das Dezember-Kunstsurfen verspätet stattgefunden. Aber auch wenn wir erst 2017 - hiermit wünsche ich allen Kunsturfern und -innen ein gutes Neues Jahr! - virtuell unterwegs waren, so bezog sich unser Thema doch noch auf das Weihnachtsfest und fand noch in der Weihnachtszeit statt. (Man vergisst heutzutage, wo unser Zeitempfinden stark von der Marktwirtschaft und kapitalistischen Interessen geprägt wird, besonders im protestantischen Norden nur zu leicht, dass die Weihnachtszeit bis zu dem Fest der Heiligen Drei Könige reicht!)

Die Verkündigung an die Hirten ist ein wichtiger Teil der Weihnachtsgeschichte. Wir haben dieses Bildthema durch die Jahrhunderte verfolgt. Zuerst schauten wir uns das entsprechende Blatt im