Dienstag, 3. Juni 2014

KASIMIR MALEWITSCH und die russische Avantgarde

Diese Ausstellung ist vom 8. März bis 22. Juni 2014 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. Im Begleittext heißt es, dass Kasimir Malewitsch (1879–1935) "zu den prägendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts gehört" und "vor allem als Begründer des Suprematismus – der reinen gegenstandslosen Kunst – bekannt" ist, wobei "sein künstlerisches Gesamtwerk" in das Spannungsfeld "zwischen den beiden Polen Abstraktion und Figuration, zwischen einer universalen Idee vom Menschsein und dem erklärten Willen, mit künstlerischen Mitteln eine neue Welt zu gestalten" eingeordnet wird. Über 300 Werken aus den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur sind zu sehen. Sie zeigen ein sehr vielfältiges Œuvre. Mehr über den Künstler erfährt man wie immer bei Wikipedia. Über die Ausstellung gibt es hier einen interessanten Artikel.

Wie unterschiedlich seine Werke sind haben wir uns selbst angesehen. Dafür ist die chronologische Abfolge sinnvoll. Also steht hier am Anfang das noch ganz impressionistische Bild

Frau mit Zeitung auf dem Schoß 1904


Dienstag, 13. Mai 2014

Kunstsurfen im Seniorenratgeber

Demnächst wird "Kunstsurfen" deutschlandweit bekannt! Ob das nun gut ist oder doch nicht so gut, kann ich noch gar nicht einschätzen.

Der Seniorenratgeber (Auflage von rund 1,8 Millionen) ist auf die Preisverleihung des Wettbewerbs "Wir zeigen es euch" im letzten Jahr aufmerksam geworden. So wurde ich gefragt, ob man darüber und über meine werte Person etwas in der kleinen Rubrik "Mein Anfang" berichten dürfe. Ich war geschmeichelt, obwohl das Kunstsurfen natürlich nicht so richtig als "Mein Anfang" anzusehen ist. Aber das kriegt der Redakteur sicher schon hin. Er hat mich telefonisch interviewt und am letzten Freitag war Fototermin in der Hamburger Kunsthalle.

Fotograf Ronald Frommann in Aktion in der
Kunsthalle Hamburg neben einem Werk von
Wilhem Lehmbruck (1881 – 1919)
(Foto Leisner)
Die Zeitschrift will selbstverständlich ein aussagekräftiges Foto. Dafür hat sie den Profifotograf Ronald Frommann verpflichtet. Natürlich kann so ein Foto nicht viel mit dem Kunstsurfen zu tun haben. Kann man schlecht optisch vermarkten, wenn da Senioren überall in Deutschland am Computer sitzen ;-). Also soll ich vor Kunst erscheinen. Die Kunsthalle hat uns freundlicherweise erlaubt in ihren Räumen zu fotografieren. Die Bilder und Plastiken im Hintergrund dürfen natürlich keinem Urheberrecht mehr unterliegen. Also: Ich vor einer Plastik von Wilhelm Lehmbruck - nein, nicht die auf diesem Bild sondern die daneben; weil, vielleicht ist die Nackte zu nackt für den Seniorenratgeber? Sind heutige Senioren so "geschamig"? Es folgte eine lebhafte Diskussion mit einer netten Besucherin, die dazu noch ein paar Styling-Tipps gibt.

Oder vielleicht doch lieber noch ein Foto vor dem Friedhofsbild "Glaubenstrost im Schmerz" von Segantini, das im Nachbarraum mein Lieblingsbild ist? Zum Glück steht dort eine Bank und ich kann mich hinsetzen, während Herr Frommann seine Geräte neu ausrichtet - Stative mit Lichtquellen, Stativ mit Fotoapparat, Fototaschen, Stativhüllen, Koffer!

Gegenüber hängt der riesige Historien"schinken" von Hans Makart "Einzug Kaiser Karls V. in Antwerpen". Das interessanteste Foto entstand davor. Es vermischt drei Bildebenen: das Gemälde von Makart, vor den gemalten Frauen meine reale weibliche Gestalt und vor meinem Kopf mein virtuell aufgezeichnetes Gesicht auf dem iPad. Mir gefällt die Idee auf diese Weise Vergangenheit, Gegenwart und zukünftige Vergangenheit zu visulasieren!

Jetzt bin ich erst einmal gespannt, welches Bild von den vielen Aufnahmen, die am Freitag gemacht worden sind, für den Seniorenratgeber ausgesucht wird.

Freitag, 2. Mai 2014

"Beweis" - Werke von Ai Weiwei in Berlin

Sonnenblumensamen (Foto Leisner)
Im Berliner Martin Gropius-Bau ist vom 3. April bis 7. Juli 2014 die Ausstellung „Evidence“ mit Werken des Künstlers Ai Weiwei zu sehen.

Grund genug sich eine Stunde lang mit diesem chinesischen Künstler zu beschäftigen, der schon oft in Deutschland ausgestellt hat. Seine offizille Website ist: http://aiweiwei.com/ aber natürlich gibt es auch wieder auf Wikipedia eine ausführlichen Artikel, um sich über ihn zu informieren, oder man schaut sich diesen englischen Ausstellungsbericht an.

Wir haben nicht nur Bilder von der neuen Ausstellung angesehen, sondern auch frühere Werke: und zwar als erstes Bilder von der Installation Template. 

Sie war zum ersten Mal auf der Documenta 2007 zu sehen: Man kann die Installation noch im Atelier sehen; dann im Freien in Kassel aufgestellt ist; zwei Bilder zeigen sie, als der Wind sie auf der Documenta umgeweht hat. Ai Weiwei hat dann das so veränderte Werk 2009 in London ausgestellt. Dass dieses Werk aus Türen und Fenstern alter chinesischer Häuser besteht, sieht man natürlich nur, wenn man solche schön geschnitzten Türen aus seiner Heimat kennt.
Zum Weiterlesen - auch dazu,warum ich mein Bild von Sonnenblumensamen hier eingestellt habe - unten klicken

Montag, 14. April 2014

Die Dame mit dem Einhorn - Bildteppiche des Mittealters

Der Ausgangspunkt zu diesem Gespräch über Kunstwerke war dieser Tweet (Samstag nachts, als ich nicht schlafen konnte). Das Bild erinnerte mich sofort an die Zeit, als ich an meiner Doktorarbeit über einen mittelalterlichen Bildteppich saß, und das Wort Millefleur fiel mir ein, bei google suchen und da war die Dame ja! Deshalb also diesmal hier:

Die Bildteppichfolge der "Dame mit dem Einhorn".

Das Einhorn über dem Eingang zur Einhornapothke in Husum
Sie hängt in dem Musée de Cluny - Musée national du Moyen Âge, in dem natürlich noch viel mehr Kunstwerke aus dem Mittelalter zu sehen sind und das als Gebäude selbst eine interessante Geschichte hat. Über das Bild von dem Raum, in dem die Teppichfolge bis 2013 hing (sie wurde bis Ende 2013 restauriert und danach neu aufgehängt), kann man sich auch gut eine Vorstellung von der Größe dieser gewirkten Wandbehänge machen. 

Mittwoch, 19. März 2014

Esprit Montmartre - Die Bohème in Paris um 1900

Théophile-Alexandre Steinlen,
Le chat noir, 1896
Diesen Titel trägt eine Ausstellung in der Frankfurter Schirn, die noch bis zum 1. Juni 2014 zu sehen ist.(Zur Frage der Schirn oder die Schirn haben wir inzwischen auch Aufklärung erhalten, es heißt die Schirn!) Sie widmet sich dem Pariser Stadtviertel, das am Ende des 19. Jahrhundert laut Aussage zeitgenössischer Kritiker "einem riesigen Atelier" ähnelte und bedeutende Künstler wie Edgar Degas, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec oder Vincent van Gogh beherbergte. 
Die Ausstellung deckt die Zeit ab von Jahr 1886, als Van Gogh nach Paris kam, und bis zum Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg begann und Künstler wie Picasso und Van Dongen das Viertel verließen. Gezeigt werden laut Ankündigung "einprägsame Bilder einer Zeit, die schonungslos die Kehrseiten der schillernden Belle Époque vor Augen führte". Denn neben den Künstlern, die sich hier sozusagen zu Außenseitern der bürgerlichen Gesellschaft machten, wohnten die echten Außenseiter, die „kleinen Leute“, Tänzerinnen und Prostituierte, Straßenhändler, Bettler und Diebe.  Der Name "Boheme" stammt übrigens von dem Roman von Henry Murgers „Scènes de la vie de Bohème“ (1847–1849).


Mittwoch, 15. Januar 2014

Surrealisten vor dem Surrealismus

Die Austellung Surrealists before Surrealism: Fantasy and the fantastic in prints, drawings and photography October 4, 2013 – January 12, 2014 ist gerade in Madrid zu Ende gegangen.

Wikipedia bietet sich immer an um zu erfahren, was mit dem Surrealismus gemeint ist. In Kurzform war es eine literarische und künstlerische Bewegung ab 1920 in Paris, die das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen des Unbewussten erforschen wollte und damit das Phantastische und Absurde bewusst und mit voller Absicht in Literatur und Kunst einführte.

Die Ausstellungsseite zeigt einige Beispiel, denen wir uns eine Auswahl näher angeschaut haben. Als erstes das Bild „Ohne Titel“ 1937 von Pierre Jahan, einem berühmten Fotografen des 20. Jahrhundert. Auf dieser Seite kann man weitere surrealistische Fotos von ihm sehen und mehr über ihn erfahren. Hand, Flügel, Sand und eine ovale Abschattierung des Bildes fielen uns auf. Fragen waren, ob das Bild wie eine Collage zusammengesetzt ist, ob die Hand menschlich oder von einer Puppe stammt, was für Assoziationen das Bild erweckt.

Intensiver und länger aber hat uns das Bild "Einsamer Großstädter" (1932, Slg. Dietmar Siegert) von Herbert Bayer beschäftigt. Es geing um die Schichten des Bildes: Hintergrund - alter Innenhof eine mehrstöckigen Mietshauses mit leeren Fenstern; davor die beiden abgschnittenen, parallel erhobenen männlichen Hände mit ihren Schatten (das männlich changierte zwischen dem klaren Hinweis über die Anzugärmel und Manschetten des Hemdes und den zarten, eher weiblich wirkenden Handformen); in den Händen die beiden Augen, die einige von uns an die Wundmale Christi erinnerten. Beim näheren Hinschauen zwei unterschiedliche Augenfarben und dadurch das Gefühl eines durchdringenden Blickes. Und noch der Hinweis auf die Augen als die Fenster zur Seele des Menschen, auf das Hinein- und Hinausschauen, das Fenster und Augen ermöglichen.

Albrecht Dürer, Melencolia I, 1514 (Bildquelle)
Laut Wikipedia erzielte dieses Bild im Dezember 2012 bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby's den Rekordpreis von $1.482.500 Dollar und ist damit eine der teuersten klassischen Fotografien weltweit.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Der Weihnachtsbaum in der Kunst und anderswo

(Bild Barbara Leisner)
Auch wenn mir eigentlich die Adventsstimmung etwas abhanden gekommen ist, so hatte ich doch Lust mich dieses Jahr einmal mit dem Tannenbaum zu beschäftigen (Johannes hat uns übrigens gerade noch eine Grafik geschickt aus dem Wortatlas der deutschen Umgangssprachen, auf dem man sieht, dass wir hier im Norden eher vom Tannenbaum sprechen, während der Süden damit den Christbaum meint und eher in der Mitte Deutschlands der Weihnachtsbaum sprachlich zu Hause ist!).

Also das erste Bild das ich zeigen wollte, da war der Link kaputt - gestern hatte er noch funktioniert, heute gab's schon mal kein Bild vom Züricher Lichterbaum mehr. Wo ist es geblieben? Auf dem Goethezeitportal war das Bild auch nicht mehr zu finden. Aber anscheinend habe ich nur nicht richtig geschaut, denn jetzt hab ich es doch wiedergefunden. Man muss nur herunterscrollen zur Überschrift "Weihnachtsbescherung"! Manchmal surft man eben einfach blind in der Gegend herum! Das Goethezeitportal ist übrigens sehr empfehlenswert, wenn man mehr über die Kulturgeschichte von Weihnachten erfahren will.

Wir sind dann gleich weitergesurft nach England und haben uns das Bild vom Weihnachtsbaum bei den Royals angesehen. Wie hieß gleich noch diese Aufpolsterung an der Rückseite der Damenwelt, nein es war nicht cul de sac, Johanna fiel es dann später ein: Die Dame trägt eine Tournure (komisch den Wikipedia-Artikel gibt's nur auf Französisch!). Das war Mode um 1848, aus dem Jahr stammt das Bild nämlich. Den Weihnachtsbaum gab es in England damals noch selten. Prinz Albert brachte seine Liebe zu diesem Brauchtum aus Deutschland mit. Victoria kannte ihn auch schon - von ihrer deutschen Großmutter Queen Charlotte. Albert verschenkte übrigens eine große Zahl von Weihnachtsbäumen an Schulen und Kasernen. Das Bild wurde in den Illustrated London News publiziert und zeigt die königliche Familie um den Weihnachtsbaum.