Montag, 16. Februar 2026

Georges de La Tour - Vom Schatten zum Licht

Georges de La Tour, Frau beim Flohfangen (gemeinfrei)
Bis zum 22. Februar dieses Jahres sind noch im Musée Jacquemart-André in Paris die Bilder von Georges de La Tour zu sehen, der von 1593 bis 1652 in Lothringen lebte. Sein bisher bekanntes Gesamtwerk besteht nur aus rund 40 Gemälden. Der erste Abschnitt der Ausstellung untersucht die Ursprünge seines Stils, der besonders von der Malerei Caravaggios beeinflusst war. Wir haben als estes sein Bild 

-    Frau beim Flohfangen (1625-1650) 

aufgerufen. Und da ich den Titel des Bildes nicht genannt hatte, haben alle gerätselt, was die Frau eigentlich tut. Dabei war der erste Eindruck, dass es sich um ein sehr modernes Bild handelt; ein Eindruck, der besonders durch die glatten Körperoberflächen der Frau hervorgerufen worden ist. Der zweite Blick galt dem Licht, das von einer Kerze ausstrahlt und die ganz in ihrem Tun versunkene Frau seitlich beleuchtet. Dann erst fiel die Handhaltung auf. Es sieht so aus, als ob sie gerade einen Floh zwischen ihren Daumennägeln zerdrückt. Insgesamt hat uns dieses Bild sowohl durch die ungewöhnliche Themenwahl wie seine Gestaltung sehr beeindruckt. Hat der Maler festgehalten, was er gerade in einer Schlafkammer sah?